| DIE BERLINER BILDHAUERSCHULE (ca. 1820 1920) Obwohl sich mehrere hundert Bildhauer des 19. Jahrhunderts (Berliner
und/oder solche, die dort lernten, arbeiteten und zum Teil blieben) mit dem in Verbindung
bringen lassen, was unter "Berliner Bildhauerschule" zusammenfassend zu
verstehen ist, haben doch nur einige wenige herausragende Gestalten Stilrichtungen,
Formensprache und - sicherlich im Zusammenwirken mit den Auftraggebern - die Themenkreise
der Berliner Bildnerei bestimmt. Alle wichtigen Berliner Bildhauer zu nennen und ihren Werdegang zu
schildern, oder auch die vielfältigen politisch/geschichtlichen Entwicklungen, die für
die Kunstentwicklung und natürlich auch -betrachtung von großer Wichtigkeit sind, kann
hier nicht geleistet werden. So sollen an dieser Stelle nur die knappen erforderlichen
Bezüge hergestellt werden. Auf die bedeutende Tatsache muß aber noch hingewiesen werden,
daß sich im 19. Jahrhundert wechselnd aber ständig eine große Anzahl deutscher
Künstler in Rom aufhielt, darunter zahlreiche Mitglieder der Berliner Bildhauerschule,
die teilweise mehrere Jahre dort studierten und arbeiteten. Rom kann also als quasi
"Außenstelle" der Berliner Akademie angesehen werden, an der viele Künstler
wesentliche stilbildende Impulse erhielten, auch wenn sie nie in Berlin gelernt haben. In eben dieser Tradition entstand im 19. Jahrhundert - neben zahlreichen
Porträtbüsten, -statuen und Medaillons, Genrefiguren für die Ausstattung der vornehmen
Salons sowie den Grabmalen unterschiedlichster Form und Größe - eine Reihe von
Denkmälern, die dem aufkeimenden Repräsentationsbedürfnis des emanzipierten und
aufgeklärten Bürgertums entsprechend "...Gelehrte, Ärzte, Erfinder, Unternehmer
(...) im sonntäglichen Bratenrock, mit korrektem Stand- und Spielbein, eine Schriftrolle
oder ein anderes Attribut von Gelehrsamkeit und Tatkraft in der Hand" darstellten. Die Berliner Bildhauerschule
war über ein Jahrhundert in der Zeit von ca. 1820 bis 1920 - stil- und
richtungsweisend für die Kunstentwicklung in Europa und Übersee. In unserer Galerie führen wir u. a. Arbeiten von folgenden bedeutenden Vertretern:
Reinhold Begas, Richard Brahms, Josef Breitkopf-Cosel, Peter Breuer, Emil und Robert
Cauer, Hans Hubert Dietsch, Gustav Eberlein, Max Esser, Reinhold Felderhoff, Willibald
Fritsch, Else Fürst, Edmund Gomansky, Franz
Iffland, Gerhard Janensch, Bruno Kruse, Paul Leibküchler, Ferdinand Lepcke, Otto
Markert, Hermann Müller, Carl Reinert, Ernst Friedrich Rietschel, Gottfried Schadow,
Wolfgang Schaper, Dorothea Schaper-Barthel, Alice Simonsen, Ernst Waegener, Wilhelm
Wandschneider, Max Wiese, oder Cuno von Uechtritz, Ernst Zehle, welche vor allem durch
ihre großplastischen Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum bekannt geworden sind. Bis auf wenige Ausnahmen verfügt die Galerie Kunst+ über die originalen
Bildhauermodelle. Sie sind/werden noch im Zuge der kunstwissenschaftlichen Aufarbeitung
und Dokumentation der Berliner Bildhauerschule geborgen, zum Teil restauriert und so einer
interessierten Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Wir bieten als einzige in
Deutschland dem anspruchsvollen Kenner und Sammler autorisierte Bronzegüsse, hergestellt
im aufwendigen Wachsausschmelzverfahren, an. Daneben sind Originalbildhauermodelle
von denen auf Wunsch Bronzeabgüsse realisiert werden können zu sehen. Diese rar gewordenen, künstlerisch wertvollen Genrefiguren, Reliefs,
Porträtbüsten und allegorischen Darstellungen erlauben ganz individuelle, innovative
Akzentsetzungen in privaten und öffentlichen Räumen außerhalb üblicher
Sehgewohnheiten. Darüber hinaus bieten sich diese Bronzen in idealer Weise für den Auf-
und Ausbau neuer Kunstsammlungen an. |